Wahrnehmen von Farb-Formen in einer Komposition (Kandinsky)

Powerpoint zum Gestaltkreis von Gestalter – Gestaltung – Wiedergestaltung
Bauhauslehre zur FarbForm-Gestaltung am Beispiel Kandinsky

2019.01.16_farbformwahrnehmung_schema 2019.01.16_farbformwahrnehmung_druck
2018.12.26_farbformwahrnehmung (pptminimizer)_pdf

Das Rezipieren und Gestalten von bildnerischen Kunstwerken mündet in einen „Gestaltkreis“ (V.v. Weizsäcker) von Gestalten und Wiedergestalten, wobei das Kunstwerk als Gestaltung der Mittler der Idee des Künstlers ist. Die Aufgabe des Rezipienten ist die Idee aus der Gestaltung „heraus zu fühlen“ (W. Worringer).

Die Farb-Form-Lehre von Kandinsky im Bauhaus-Unterricht

Die Kommunikation zwischen einem Künstler als ein Gestalter eines Kunstwerkes als Gestaltung und einem Betrachter als Wiedergestalter der Informationsgehalte, die ein Gestalter einer Gestaltung mitgegeben hat, diese Kommunikation ist ein indirekter Dialog zwischen Gestalter und Wiedergestalter.
Indirekt deswegen, weil zwischen Gestalter und Wiedergestalter in den Kommunikationskanal ein Übergangsobjekt als Vermittler eingeschoben wird. Die Gestaltung als ein Übergangsobjekt ist nach ihrer Gestaltung unabhängig von der direkten Kommunikation zwischen Gestalter und seinem Gestaltungsobjekt. Der Betrachter als Wiedergestalter tritt nicht direkt mit dem Gestalter in einen kommunikativen Akt sondern indirekt über die Gestaltung. Beim Wiedergestalten des Themas / des Motives eines Gestalters geht der Betrachter eine direkte Relation mit der Gestaltung ein, die er unabhängig vom Gestalter vorfindet. Er kommuniziert mittels eines Inneren Dialoges direkt mit der Gestaltung.
Der Wiedergestalter kommuniziert somit nicht direkt mit dem Gestalter. Die Aufgabe des Gestalters ist, wie z.B. Kandinsky mit seiner Farb-Form-Lehre, seine geistigen Intentionen in die Gestaltung so über zu führen, dass das Thema / die Motive seiner Intentionen in der Gestaltung eindeutig repräsentiert sind. Die Repräsentation im Übergangsobjekt muss so gestaltet sein, dass der Wiedergestalter der Informationen, die er/sie einer Gestaltung entnimmt, zu einer möglichst ähnlichen Bedeutung des Themas und der Motive des Gestalters kommen kann. (In der indirekten Kommunikation zwischen Künstler und Betrachter fehlt die Möglichkeit, durch rekursiv wirkende Feedback-Schleifen in der direkten Kommunikation eine Äquilibration der Bedeutungen herbei zu führen und somit zu einem gemeinsamen Verständnis des Themas zugelangen.)
Mein Power Point beschäftigt sich damit: Ist das überhaupt möglich? Und welche Einflussfaktoren schwingen bei diesem indirekten Dialog zwischen Gestalter und Wiedergestalter mit? Ist eine universelle Farb-Form-Lehre möglich, die den indirekten Dialog zwischen Gestalter und Betrachter so eindeutig macht, dass sich Gestalter und Betrachter völlig verstehen können bzw. über die Bedeutungsinhalte ihrer Kommunikation eins sein können?
Diese Überlegungen waren auch Thema meiner Doktorarbeit zur Farben und Formen Lehre Kandinskys. Dort stellte ich erweitert das Experiment zur Zuordnung von Farben und Formen nach. Später entwickelte ich aus den Erfahrungen mit meiner Doktorarbeit ein Schema, mit dem man sich meditativ & analytisch Gestaltungen nähern kann.
Dieses Schema bildet den Kern des Power Points. Davor stelle ich unterschiedliche theoretische Ansätze vor, die sich mit Wahrnehmung und Kommunikation beschäftigen.

1986 hatte ich schon aus den Erfahrungen mit Kreativitäts-Trainings (ÖAGG) und kunsttherapeutischen Seminaren an der Universität Salzbug einen Vortag gehalten zum Einsatz kreativer Techniken in Selbsterfahrungs- & Therapie-Settings.
Wie aktiv sollte / kann der/die Gruppen-LeiterIn in das von ihm angeregte kreative Geschehen eingreifen: sowohl beim Gestalten wie Wiedergestalten der Gestaltungen der GruppenteilnehmerInnen? Welche Interventionen könnten gegeben werden zu welchem Ziel? Welche Methoden der Gestaltungs-Anregung sollten eingesetzt werden? Ein Literaturverzeichnis ermöglicht eine Vertiefung in den Stoff des Vortrages.

Handzettel zum Vortrag:
2019.01.27 Öagg_gruppenbild-bild einer gruppe