Rollen, Werte, Motive im ehrenamtlichen & freiwilligen Engagement im Landkreis Landsberg / Lech

2016.01.10 Werte+Rolle_EA-Schulung_Erweitert  als PDF

Gerade in der heutigen Zeit in der Flüchtlingskrise ist der Einsatz von ehrenamtlich tätigen Menschen gefragt. Ihr Einsatz orientiert sich an mehr oder weniger bewussten Werten und Motiven und sollte sich an einem Pragmatismus orientieren, der die reale & ideelle Belastung steuert.

Das Bewusstsein der eigenen Grenzen wie derjenigen Grenzen der anderen Menschen, für die sich ehrenamtlich tätige Menschen einsetzen, hilft einer Überbelastung beiderseits vorzubeugen. Welche Werte und Rollen bedingen meinen Einsatz als Ehrenamtliche/r und welche Motive treiben uns zu altruistischem Verhalten an, das bewusste Wissen darum kann uns Orientierung und Ordnung vermitteln für unser Handeln. Unser Handeln und Rollenverhalten im Bereich der Hilfe für Asylsuchende, Flüchtlinge und Migranten erfolgt im prozessualen Rahmen von Integration und Inklusion. Die Menschen einer Gesellschaft, die nicht zur Inklusion anderer bereit sind, können von anderen keine Integration verlangen bzw. eine integrative Leistung bereitstellen.

Das Ziel soll sein: im Alltag funktionierende Lebens- und Arbeits-Gemeinschaften auszubilden, die von einem Zusammengehörigkeitsgefühl und einem ähnlichen Rollen-Verständnis von gelebten Traditionen, Normen, Regeln und Werten in der Bewältigung des gemeinsamen Alltages getragen werden. Dabei gilt es zu beachten: Wie bei der Inklusion gilt es im Verlaufe der Integration nicht um die Aufgabe der eigenen der anderen persönlichen wie kulturellen Identität sondern um eine kulturelle Anpassungsleistung („Kulturleistung“), die ein Miteinander-Leben und eine gelungene Individuation unter den neuen Bedingungen des Miteinander ermöglicht!

Es gibt nicht nur ein Grundrecht auf „Inklusion“ und sondern auch ein Anrecht auf „Integration„. Inklusion & Integration als Werte gesteuerte Handlungsinitiativen versuchen Zustände von Exklusion, Separation wie Desintegration entgegen zu wirken. Letztere Zustände beeinträchtigen das Gefühl & den Wert der „Zugehörigkeit“ zu ihren, als Heimat empfundenen, Lebensraum und zu ihrer Lebenswelt, die durch „Ungleichheit“ wie durch Fremdheit / Unvertrautheit nicht mehr als heimelig erlebt wird. Inklusion & Integration können das Unbehagen gegenüber dem Ausgeliefert-Sein gegenüber Anderen / Anderem aktiv verringern.

Wir als ehrenamtlich Tätige haben durchaus die Wahl (siehe: Possibilismus) unseren Einsatz an unseren Möglichkeiten wie an die Möglichkeiten der Situation, in die hinein wir uns verwirklichen wollen und die unseren Einsatz erfordert, anzupassen. Wir bestimmen, wie weit unser Engagement geht und wie lange es dauern soll. Hilfreich für eine solche pragmatische und possibilistische Entscheidung ist das Wissen um die Rollen, Werte & Motive, die unser Beistandsverhalten bedingen und uns helfen, zwischen unseren Selbstinteressen und den Interessen anderer abzuwägen.

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Die Grenzen unseres Einsatzes können auch dadurch eingehalten werden, wenn wir uns klarmachen, welche Aufgaben offiziell an uns gestellt werden und zu welchen Aufgaben wir bereit & fähig sind.

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Worauf wollen und können wir uns gestalterisch einlassen, wo sind unsere Grenzen an Fertigkeiten, Kompetenzen, unserer Lebenszeit aber auch wieweit, worauf & wozu wollen & können wir uns einlassen in unserem ehrenamtlichen Einsatz? Je genauer wir unsere Rolle, Motive kennen und die Werte, die unseren Motiven zugrunde liegen, desto planvoller und ökonomischer können wir unseren ehrenamtlichen Einsatz gestalten.

Es geht nicht nur darum, was können wir tun, sondern auch was wollen wir wie lange und mit welcher Stärke des Einsatzes tun. Unser Handeln, Denken & Fühlen orientiert sich an der Pragmatik, wie mit einer Situation ökonomisch bewusst umgegangen wird im Einsatz von Zeit, Kräften, Hilfsmitteln und Fertigkeiten / Kompetenzen. Ein bewusst gewolltes Handeln beugt unbewusster Selbstausbeutung und Erschöpfung wie der Desillusion unseres Handelns vor.
Ehrenamtliche & Freiwillige eingebunden in den Prozess der Integration mit der Unterstützung von hauptamtlich & professionell Tätigen und den durch den Staat gegebenen Rahmenbedingungen ermöglichen in konkreten Einheiten erst Integrationen. Der Staat ist zuständig für die Voraussetzungen, damit Integration gelingen kann. Die Ehrenamtlichen wie Hauptamtlichen, die an diesem Prozess zum Wohle und Entwicklung der Menschen vor Ort teilnehmen, die sich in die bestehende Gesellschaft integrieren wollen, vollziehen das eigentliche Angebot der Integrations-Leistung in der Region.

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Hilfreich beim Erkennen unserer Möglichkeiten und unseres Wollens, uns in die Hilfs-Situation einzulassen, und dem Erkennen unserer Grenzen kann die Reflexion unseres Tuns, unserer Motive, Werte & Gefühle und unserer Rolle dabei in einem Coaching sein.

Aspekte dieser Reflexion sind Rollen, Werte, Motive im Tun für Andere, der Nutzen unseres Tuns für Andere aber auch für Uns selbst. Was erwarten / erhoffen wir uns (mehr oder weniger) bewusst, aus unserem Einsatz als Ehrenamtliche nicht nur für Andere sondern auch für uns selbst zu gewinnen?

Krisenintervention & Coaching in der Arbeit mit ehrenamtlich Tätigen

Mit der Koordinationsstelle BRK (Herr Möske) bietet Dr.phil. Thomas Klihm eine Offene Gruppe für freiwillig & ehrenamtlich Engagierte an, die sich mit ihrer persönlichen Erfahrung (Erfolge & Probleme) austauschen wollen und gemeinsam zu Lösungen kommen wollen, wie jede/r ihren/seinen Einsatz effektiver gestalten könnte und seine einmal aufgenommene Aufgabe wieder effizienter weiter führen zu können oder mit ruhigen Gewissen abzubrechen. Spezielle Settings im Sinne eines Coachings von Projekten & Einzelpersonen können außerhalb des Rahmens der Gruppe initiiert und abgestimmt werden.


Termine 2016: 
20.1., 17.2., die weiteren Termine entfallen wegen der letzten politischen Ereignisse: siehe https://landsbergblog.wordpress.com/2016/02/18/trennung-durch-ausschreibung/

Im Ablauf der Gruppe werden Sie mit bestimmten Fragen konfrontiert, die Ihnen Ein- & Ausstieg aus der Gruppe und die Konzentration auf das Thema, das Sie in der Gruppe bearbeiten wollen, erleichtern. Die Methode der Gruppe stützt sich vor allem auf das TZI-Modell von Ruth Cohn, das vor allem die Eigenverantwortlichkeit von Menschen als grundlegendes Postulat (Chair-man / woman) beinhaltet:  Fragen+Regeln + Grundkonzept der Gruppensitzungen in der Betreuung von EAs_Regeln


Zur intensiven & detaillierten Vor- & Nachbereitung habe ich eine Reihe von Fragen zusammengestellt, die Sie für sich beantworten können, um sich Ihre Hilfssituation in ihrer ganzen Differenziertheit & Einzigartigkeit für sich aufzuschliessen. Die Fragen orientieren sich am komplexen Organisationsdynamischen Konzept der Situations-Beschreibung & -Analyse, um zu differenzierten Erkenntnissen zur systemischen Funktion von Person & Umwelt zu kommen.
PDF:  2016.01.18c Situationsbeschreibung im Coaching

Zur Einstimmung in die Arbeit mit asylsuchenden & migrierenden Menschen empfehle ich folgenden Artikel:  http://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/berg-der-feine-unterschied-1.2766461

In folgenden Links werde ich die Themata, die jeweils von den Teilnehmenr/Innen in den Gruppen angesprochenen und von mir für alle sichtbar an den Tafeln aufgeschriebenen wurden, zum Nachlesen und zur Anregung für das Denken über sich in einer Hilfssituation veröffentlichen:    Themen in einer Gruppe von Helfer+HelferInnen im Bereich Asyl_1;     Themen in einer Gruppe von Helfer+HelferInnen im Bereich Asyl_2

Dieser Text des Beitrages der Einführung zur Coachinggruppe als PDF zum herunterladen:
Beschreibung zu Artikel in wordpress_Ehrenamt+Krisenintervention_2.2016cor

Die theoretische Vorbereitung auf meinen Einsatz in dem neuen Arbeitsfeld ist in dem Aufsatz zu Werten, Motive & Rollen von ehrenamtlich & freiwillig Engagierten im Aufgabenfeld von Asylsuchenden & Migrant/Innen und folgenden Aufsatz zum Coaching teilweise veröffentlicht:                   PDF: 2015.12.14c Krisenintervention & Coaching EAs_Thesen

Krisenintervention & Coaching in der Arbeit mit ehrenamtlich Tätigen

Gerade in der heutigen Zeit in der Flüchtlingskrise ist der Einsatz von ehrenamtlich tätigen Menschen gefragt. Ihr Einsatz orientiert sich an mehr oder weniger bewussten Werten und Motiven und sollte sich an einem Pragmatismus orientieren, der die reale & ideelle Belastung und den Einsatz effektiv auf die „Hilfssituation“ bezogen steuert.
Das Bewusstsein der eigenen Grenzen wie derjenigen Grenzen der anderen Menschen, für die sich ehrenamtlich tätige Menschen einsetzen, hilft einer Überbelastung beiderseits vorzubeugen. (siehe auch: https://dottorethomas.wordpress.com/2016/01/10/rollen-werte-motive-im-ehrenamtlichen-freiwilligen-engagement-im-landkreis-landsberg-lech/)
Hilfreich beim Erkennen unserer Möglichkeiten und unseres Wollens, uns in die Hilfs-Situation einzulassen, und dem Erkennen unserer Grenzen kann die Reflexion unseres Tuns, unserer Motive, Werte & Gefühle dabei in einem Coaching sein.
Aspekte dieser Reflexion sind Werte, Motive im Tun für Andere, der Nutzen unseres Tuns für Andere aber auch für Uns selbst. Was erwarten / erhoffen wir uns (mehr oder weniger) bewusst, aus unserem Einsatz als Ehrenamtliche nicht nur für Andere sondern auch für uns selbst zu gewinnen?

Um den „Sinn“ und die „Bedeutung“ im Erleben & Verhalten von Ehrenamtlichen wie von deren Klientel möglichst vorurteilsfrei zu verstehen und das im Geschilderten „Verstandene“ nicht sofort voreiligen „Bewerten“, „Verständnis“ & Urteil“ zu unterwerfen, gilt es eine Situation des Coachen zu schaffen, in der sich ein „Vertrauensraum“ (Container) entwickeln kann, in dem sich zwischen zwei präsenten & gleichwertigen Menschen angstfrei , respektvoll, offen, gegeneinander absichtslos, in Awareness ein Dialog entwickeln kann bei gleichzeitiger Beibehaltung der Abgegrenztheit, Begrenztheit & Selbstwahrnehmung der an der Coaching-Situation beteiligten Menschen.
In diesem Vertrauensraum können – ohne Furcht vor Be- & Ver-Urteilung – „Fehler“ / „Störungen“ / „Verwirrungen“ in der geschilderten Hilfssituation geäußert und als Teile der Hilfssituation eingeordnet werden. Erst die Gesamtschau, soweit sie von Coach & Ehrenamtlichen rekonstruiert werden kann, erlaubt eine Einordnung des geschilderten & beschriebenen Erleben & Verhalten der in der Hilfssituation beteiligten Menschen unter dem Gesichtswinkel: erweist sich ein spezifisches Erleben & Handeln als produktiv bzw. kontraproduktiv / fördernd bzw. hemmend / konstruktiv bzw. destruktiv in der Hilfssituation im Bezug auf die intendierten und angestrebten Ziele der Hilfssituation und Verfahrensweisen in der Hilfssituation.
Denn Fehler sind unausweichlich, denn die Komplexität von den Elementen & Vorgängen im System einer Situation ist kaum überschaubar und zu viele individuelle Bedingungen beeinflussen das Geschehen im Feld von gegebenen & aufgesuchten Situationen bzw. im Feld der Veränderung der Bedingungen von zukünftigen Situationen. Fehler ebenso wie Erfolge vermitteln die Chance zu lernen, werden diese nicht unbewusst abgewertet / abgewehrt sondern einer rekursiven Reflexion zugeführt.

In der „Realität“ einer Hilfssituation / Situation erleben und verhalten sich die an der Situation beteiligten Menschen gemäß ihrer „Subjektiven Welt“ bestehend aus dem Zusammenspiel ihrer eigenen, individuellen „Wirklichkeit“ & „Wirksamkeit“. So entsteht ein enger, verzahnter Bezug zwischen den unterschiedlichen „Subjektiven Welten“ in einer konkreten Situation und der an dieser Situation bedingend teilnehmenden Menschen.
Nur gibt es die „natürliche“ Gefahr im Erleben & Verhalten in einer Situation des „Blinden Fleckes„, der einfach entsteht, dass die menschliche Psyche so aufgebaut ist, wie sie ist. So kommt es auch zu dem unbewussten Druck, dass wir Menschen automatisch verharren in & „Komfortbereiche/n“ des Erlebens & Verhaltens aufsuchen. Das Verhalten & Erleben in diesen Komfortbereichen wird gespeist von der allgemeinen Tendenz, das eigene positive Selbstwertgefühl & die Selbstsicherheit aufrecht zu erhalten und die erworbene und angeborene Identität / das aus dem Erleben & Erfahren konstituierte Selbstbild ebenso zu erhalten wie die Integrität der Persönlichkeit in Bezug zum jeweiligen Umfeld. Das Erleben & Verhalten im Alltag & in unseren Komfortbereichen verläuft primär über automatisiertes & gut eingeübtes verdecktes wie offenes Verhalten, das neuronal in leicht erregbaren Nerven-Verknüpfungen vernetzt ist und über darin assoziierte Bereiche verfügt und einer spezifischen Affektlogik gehorcht.

Störungen entstehen dann, wenn das Verhalten & Erleben im Komfortbereich auf Anforderungen & Bedingungen trifft, die nicht der gewohnten & bekannten Komfort-Situation entsprechen. Störungsanfällig sind also besonders in der „Interkulturellen & transkulturellen Kommunikation“ herrschenden Bedingungen, wenn freiwillig & ehrenamtlich engagierte Menschen im Arbeitsfeld der Hilfe für asylsuchende & migrierende Menschen aus anderen Kulturkreisen auf Menschen treffen, die ihre Individuation, Sozialisation & Enkulturation unter den Bedingungen anderer ökologischen Lebensräumen und Kultureinflüssen vollzogen haben.   (http://www.idm-diversity.org/files/Working_paper3-Matoba-Scheible.pdf)

Störungen & Verwirrungen in einer Situation entstehen auch, wenn in ihr Abstimmungs- & Anpassungs-Leistungen nicht situationsadäquat erfolgen können, da das spezifische Erleben & Verhalten, das als Repertoire zum Erhalt & Erreichen des Komfortbereiches eingeübt wurde, nicht aufgrund von individuellen innerpsychischen & geistigen Bedingungen aufgegeben werden kann. Dann verhindern spezifische unbewusste Mechanismen der Psyche (wie Abwehrmechanismen, Strategien zum primären & sekundären Krankheitsgewinn), die im Komfortbereich das Erleben & Verhalten dominieren, um den Erhalt des Verbleibes im eigenen Komfortbereich aufrecht zu erhalten, eine Passung an die aktuelle Situation und für diese Situation konstruktiv wirkende Anpassungs- & Abstimmungs-Leistungen.

Es entstehen Konflikte / Krisen, in denen das vorhandene Repertoire von Erlebens- & Verhaltens-Mustern nicht mit den Bedingungen & Anforderungen in der (beobachteten) Situation übereinstimmt. Konflikte können unterschieden werden in: „Sieben Konflikttypen: innerseelische Konflikte, Sach-, Beziehungs-, Rollen-, Verteilungs-, Ziel- sowie Beurteilungs-bzw. Wahrnehmungskonflikte.
Davon unterschieden werden „Scheinkonflikte“, die sich beispielsweise auf der „Bühne“ des Sachkonfliktes abspielen, worunter sich aber ganz andere Typen von Konflikten verbergen, z.B. Beziehungskonflikte.“
(Ulrich Falke, M.A./ Familientherapeut (DGSF) S.20 _ https://www.dgsf.org/service/wissensportal/interkulturelle-kompetenz-2015)

Die Gefahr von Störungen & Verwirrungen / Krisen sind im Alltagsverhalten von allen Subjekten vorprogrammiert, da jedes Individuum versucht, sich erst einmal gemäß seiner eigenen Wirklichkeit & Wirksamkeit in einer neuen Situation durch- & ein-zu setzen. Eine die Situation durchwebende Störung führt zum innerpsychischen & sozialen Konflikt, wenn nicht das Wagnis zur Freiheit aufgenommen wird, flexibel zu reagieren, und starr in gewohnten Erlebens- & Verhaltens-Mustern und in der trainierten Affektlogik weiter agiert wird (Furcht vor der Freiheit; E. Fromm).

Insofern ist das Verhalten, sich externe Hilfe zu organisieren, erst einmal nicht „Intrige“ (möglich jedoch für Ihre ganz persönliche Wirklichkeit) sondern Krisenmanagement und das Aufzeigen von Störungen & Verwirrungen, die in der geschilderten (beobachteten) Situation entstanden sind und das selbstkritische Eingestehen, dass Ihr Repertoire von Erlebens- und Verhaltens-Strategien / -Muster im Augenblick zur Lösung von Aufgaben (wie Befriedung, Wahrnehmen der eigenen Verpflichtungen, etc.) nicht mehr ausreicht. Sie suchen Hilfe, um Ihr Repertoire zu erweitern bzw. Distanz zur geschilderten Situation zu gewinnen, auch um das eigene Wohlbefinden wie Handlungsfähigkeit wieder zu gewinnen, indem sie neue Anpassungs- & Abstimmungs-Leistungen umsetzen, um eine Passung in der geschilderten Situation herbei führen zu können.
Die in einer Situation involvierten Personen haben systemimmanent zu wenig Distanz zur Selbst-Reflexion bzw. Reflexion des unmittelbaren Geschehen in einer Situation und der Bedingungen, die eine Situation konstruieren bzw. gestalten. Eine Person in der Beta- (β)-Position (R. Schindler) zur Hilfssituation hat quasi aus der Betrachtung der Situation von außen mehr Distanz und kann mittels seines Einfühlungsvermögens, seiner Empathie, geeigneten Befragungstechniken (z.B. sokratischen Dialog; s.a. Dialogisches Prinzip) zu einer eher distanzierteren Interpretation des Systems der Situation gelangen, dieses aus seiner Sicht der Wirklichkeit beschreiben & erklären. So kann ein Coach in eine Position kommen, aus der heraus er – weniger in die geschilderte Situation verwickelt – Interventionen zur Klärung, zum Verständnis einbringen kann und Möglichkeiten zur Optimierung / Wandlung der Hilfssituation gemeinsam mit den in der Hilfssituation involvierten Personen entwickeln und vorschlagen kann. Der Coach hat eine vergleichbare Position zur gecoachten Person / Personengruppe wie ein/e Supervisor/In, der/die berufsfeld-orientiert eine Institution / Initiative beständig begleitet. (siehe auch: http://www.dgsv.de/wp-content/uploads/2011/08/reihe_5_supervision-und-ehrenamt-2011.pdf)

Interventionen in der Krisenintervention & dem Coaching versuchen die Art & Weise der in der Hilfssituation entstandenen Bezüge und die qualitativen & vektoriellen Bedingungen, welche die Trans-, Interaktionen & die Kommunikation des offenen Verhaltens des/der Klient/In im Bezug der Hilfssituation bedingen, aufzuspüren, anzusprechen und gegebenenfalls zu beeinflussen. Dazu gehören z.B. Stile & Muster der Trans- / Interaktionen & Kommunikation, der in einer Hilfssituation beteiligten Personen, welche die im Verlauf der Hilfssituation gemeinsam gestaltete Wirklichkeit & Wirksamkeit bedingen. Das offene verbale, nonverbale, paraverbale & extraverbale Handeln und Kommunizieren in der gemeinsam geschaffenen & gestalteten Wirklichkeit einer Hilfssituation basiert in gelebten Bedeutungen, Normen, Werten, Motiven, Wünschen, Entscheidungen, Zielsetzungen, Planungen, die dem jeweiligen Subjekt im Bezug einer Hilfssituation für bedeutungs-, wert- & sinnvoll wie erstrebenswert erscheinen. Das offene Verhalten in Trans-/Interaktionen & Kommunikation bedient sich materieller & immaterieller Mittel & Techniken / Methoden, die rational / irrational & bewusst / unbewusst eingesetzt werden, um Veränderungen in einer Situation zu fördern / anzustoßen bzw. zu hemmen / zu verhindern, Etwas zu erhalten oder einer Wandlung zuzuführen.

Einen möglichen Arbeits-Rahmen in der Situation, in dem ein Coaching effektiv ablaufen kann, ist das Konzept der „systemischen Lebensberatung“, das versucht, in einem zeitlich überschaubaren Rahmen von maximal 10 Stunden, zu Problem-Erfassung / Problem-Verstehen / Problem-Lösung und Vorschlägen dazu zu gelangen. In der Zusammenarbeit darin wird u.a. versucht, die Grenzen der Bezugs-Rahmen von Bedeutungen, Themen & Inhalten, die ein Erleben wie Verhalten bedingen, bzw. von Etwas, das eine Valenz für Jemanden in einer konkreten Situation aufweist, zu verschieben bzw. eine neue Sichtweise auf den Bezugs-Rahmen einzuführen. Das „Reframing“ / „Umdeuten“ weist Themen & Inhalten einer Situation neue Sichtweisen / Perspektiven in „Bedeutung“ & „Sinn“ von Trans- & Interaktionen / Kommunikation und dem Kontext, in dem diese ablaufen, in Bezug auf die geschilderte Situation zu. Letztendlich kann durch die Umdeutung von Themen / Inhalten & deren Kontext nicht nur Einfluss auf die „Subjektiven Welten“ der an der betrachteten Situation beteiligten Menschen genommen werden sondern auch auf die Situation als Ganze (das System).

Als Grenze der Coaching-Situation kann u.a. gelten:
Die Veränderung intraaktiver psychoneuroimmunologischer Bedingungen einer Persönlichkeit (interne mentale, affektlogische, physiologische, etc. Bedingungen) und Interventionen dazu gehören in den Bereich psychotherapeutischer & medizinischer Maßnahmen / Interventionen.
Siehe zur Definition:
http://www.psychotherapie-sollenau.at/downloads/Psychotherapiegesetz.pdf

 

 

Selfness & Dynamische Gruppenpsychotherapie & Gruppendynamik (PowerPoint)

Powerpoint zu meinem Seminar beim Workshop-Zukunftswerkstatt in der Johannes Kepler Universität Linz 21.-23. November 2008 zum Thema:
Selfness als Metakonzept in der Arbeit mit Dynamischer Gruppenpsychotherapie

In Bearbeitung_Selfness+Dynamische Gruppen-PT

Art/Setting:
PreCongress-Workshop zur Verdeutlichung des Megakonzeptes: Selfness innerhalb der Methode:
Dynamische Gruppenpsychotherapie als face-to-face-Gruppe mit 14 Teilnehmer/Innen und Einführungsvortrag und InitialKurzfilm. Literatur siehe meine Website.

Abstrakt:
Als Mitbegründer des Konzeptes der Dynamischen Gruppenpsychotherapie, dessen philosophische Grundlage ich innerhalb des Teams des ÖAGG erstellen durfte, halte ich mich in meiner Arbeit mit Gruppen (auch in anderen Settings) an die Aspekte einer Gruppe in der Entwicklung zur Gemeinschaft: Relativität (A. Einstein) in ihren Ausprägungen: Kontakt, Beziehung, Bindung und dem Konzept des maximalen Informationsflusses (Gruppenvorteile; P. Hofstätter) in der Interaktion und Kommunikation innerhalb dieser Relativitäten (Bezogenheiten/Bedingtheiten). Das jeweilige Subjekt erlebt und verhält sich gemäß seiner genetisch/epigenetisch Konstitution (E. Wiesenhütter), seiner augenblicklichen leiblichen (M. Merleau-Ponty) & in Lernprozessen erworbenen geistig/psychophychischen Disposition und seiner Bezogenheit auf und seinem BedingtSein von Objekten und Ereignissen seines Umfeldes und gemäß seinem OrientiertSein in die Zukunft in einer tatsächlichen Situation (Situationsanalyse; W. Pechtl) des Hier-und-Jetzt (I. Yalom).
Die Balance der Selbstwertgefühle (V. Satir) und des Themas (R. Cohn) innerhalb der Relativitäten zwi-schen den Subjekten (Objektbeziehungstheorie; H. Kohut) und der unbewussten Ereignisse (Übertragungssituation/Abwehrmechanismen; K. König) zur Aufrechterhaltung dieser Balancen sind Themen in meiner Arbeit, die Machtspielchen und Rangkämpfe, Relativitätsgestaltung innerhalb der Gruppe, etc. werden im Sinne der zweiten Hauptregel im TZI (R. Cohn) als „Störung“ behandelt, die den Informationsfluss blockieren oder behindern, oder falls für die Situation konstruktiv als Förderung benannt.
Hauptthema und Arbeitsziel meiner Arbeit ist die Regel: „Sei Dein eigener Chairman/Deine eigene Chairwomen“. In meiner therapeutischen bzw. gruppendynamischen Arbeit geht es um „Persönlichkeits-Bildung“, in der die Regeln, Werte und Normen des Metakonzeptes „Selfness“ (sich selbstwirksam, als einheitliches Selbst fühlen und wahrnehmen und selbstverantwortlich aus dieser Haltung prägnant zu interagieren und kommunizieren; M. Horx & H. Fuchs) hilfreiche Leitmodelle darstellen. Das Prinzip: „Ehrlichkeit“ greift weiter als: „Sprechen Sie alles aus, was Ihnen einfällt und Sie bewegt“ (S. Freud). Die Forderung des „lebenslangen Lernens“ ist Kern des SelfnessWeges. Ein wichtiges Thema auf diesem Weg ist: „Inter-&IntraDependenz (W. Bion) versus die Eingepasstheit (C.G. Jung) in „Dependenz“ & „Contradependenz“ in der Arbeit mit dem Subjekt als auch der Gemeinschaft von Subjekten.

SELFNESS live erleben

Sie können dies mit living learning erfahren beim
http://www.zukunftsbilder.at/kongress-precongress
dort biete ich – Dr.phil.Thomas Klihm – Ihnen eine eindringliche Erfahrung im workshop: Selfness als Metakonzept ….

Lebenslanges lernen – welch Anspruch !
Selbstwirksam leben – wie geht das ?
Werte wiederfinden – welche helfen uns, dem eigenen Leben Sinn zu verschaffen ?
Ehrlich zu begegnen – darf ich das wagen ?
Eigenverantwortung übernehmen – welch Gefahr !
Freiheit gewinnen – geht denn das ?
Spiritualität spüren – eine Bereicherung meines Lebens !
Frei von irrealer Angst und Furcht vor dem Leben – frei zu planen, sich zu entscheiden und zu handeln – welch Aussicht an LebensbereicherungLebensqualität gewinnen – zu SEIN und nicht im HABEN ersticken und im Zwang nach MEHR gebunden zu sein – geht das ?
Chairman/Chairwoman des eigenen Lebens zu sein – wie sehr wünschte ich mir das !
Selfness ist mehr als das Streben nach Wellness – entspannte und gelassene Persönlichkeit sein !
Wagen Sie den Schritt in nachhaltige Persönlichkeitsbildung anstatt vergänglichem Wohlgefühl nach zu hasten, den Kick im Leben ausserhalb von mir zu suchen !
Burnout und boreout vorbeugen und Depression, Ängste, körperlichen Beschwerden verhindern als Folge der Orientierungslosigkeit in unserer komplexen Welt der Globalisierung und ihrer Folgen !
Lernen, wie ich für mich selbst befriedigend erleben, leben, lieben und arbeiten kann !

Dr.phil. Thomas Klihm Selfness Institut für Persönlichkeitsbildung

 

Reisen & Photos & Filme von dottorethomas

Dr.phil. Thomas Klihm, Mozartstr. 7, D-83101 Rohrdorf/Thansau

Manches läßt sich nicht nur alleine mit einem Foto ausdrücken: die Geschichte ist zu komplex, um in ein Bild verdichtet zu werden: ein Aneinanderperlen verschiedener Heiku’s (Kurzgedichte) zu erlebtem wie ersehntem / phantasiertem Leben !! Das könnte ein Film sein: ein Traum in verschiedenen Sequenzen – gleich- oder gegeneinander laufend, erklärend – verdeckend. Ein Gedicht mit mehreren Strophen – nicht wie das Photo: Verdichtung im 4-Zeiler (Heiku), aber immer ver-sinn-lichend !!

Es ist die Kunst:

zweckfrei zu genießen,

die uns zu

Menschen werden läßt!

Es bedeutet: selfness und freiheit, die Kunst zu Leben, sich in seinem wahren Sein zu entfalten und mit zu teilen.

(Siehe auch: http://www.selfness-freiheit.de)