Zur Philosophie des schriftstellerischen Reisens


Freiheit zum Aussteigen

– Freiheit zu neuem Leben

– Zur Kunst des Reisens

Wer nicht eingestiegen ist – kann nicht aussteigen

 

 

 

Eine Art Vorwort

 

Der Vorteil schriftstellerischem TätigSein gegenüber wissenschaftlicher Arbeit scheint mir folgender zu sein:

Ich kann genauso präzise mein Denken und Intuieren – mein Wahrnehmen und Fühlen in sinnvolle Worte kleiden, wie wenn ich um wissenschaftlich exakte Formulierungen ringe. Ich kann „descartisch“: Zweifeln und wie „Popper“: möglichst wertfrei und offen für das Ergebnis sein (Ergebnis meint: das Verifizieren oder Falsifizieren des in der experimentellen Hypothese: „Erwarteten“).

Aber ich muß nicht so um den Schein des Überprüfbaren buhlen – ich kann und darf ausdrücken, was als prägnante „Gestalt“ oder auch mal als diffuser „Komplex“ in meinem Geist und durch die Funktionen meiner Psyche und gemäß der Vernetztheit meiner „Nervenbahnen“ / des „assoziativen Cortex“ & der augenblicklichen „Situation“ emergiert und von den Filtern: „Vernunft“ & „Wille“ wie „Vorstellungskraft“ gestattet wurde.

Ich kann meine Erfahrung (meine Eindrücke / Empfindungen / Erkenntnisse – das mir „Bedeutsame“ / „Wesentliche“) frei: an Worte / bildnerische & musische Ausdrucks-Gesten binden. Ich als „Leib“ bin ein der Welt zugewandtes Ganzes. Mein „Ich“ nimmt sich selbst als ein agierendes & reagierendes wie „erleidendes“ Wesen (als Täter wie Opfer) wahr, als ein „Subjekt“ in „Relativität“ zu „Objekten“ & Vorgängen meines „Umfeldes“: „Ich schreibe / drücke mich aus –also bin Ich! Und da Ich bin, kann ich mich ausdrücken / schreiben!“

 

Als „freier Schriftsteller“ kann Ich – ohne beweisen / zerpflücken & in Statistiken / Formeln pressen zu müssen – Bedeutung in Form von: „Sense“ / „Mind“ („Sinn & Geist“), emergiert aus aneinander geperlten Assoziationen von Information meiner Innenwelt und aufeinander folgenden NervenBlitzen, in verbale und nonverbale Information wandeln / „codieren“.

Die Information, die ich gerne weitergeben möchte als „Zeichen“ und in „Symbolen“, entspringt der Sinnlichkeit meines Leibes & von „mir selbst“ aus meiner Position zur Welt und den inneren Prozessen (Abläufen & Vorgängen), die verdeckt („covered“) unter meiner Haut ablaufen. Ich lege in einem „EntäußerungsAkt“ meinen „Sinn“ offen dar und zeige das, was mir „bedeutsam“ / „wichtig“ / „essentiell“ ist (d.h. zur „Gestalt“ geworden ist).

Mein „Ich“ ist „übersummativ“, d.h. ich bin mehr als die Summe meiner Teile. „Ich“ lebe als ein Ganzes in Form meines Leibes zur Welt. In diesem „Ganz-Sein“ drückt sich meine Identität und Integrität aus. Mein „Gewordensein“ / „Dasein“ / „Gerichtetsein“ formt mich „selbst“ als ein individuelles (einzigartiges & abgegrenztes) Subjekt mit einer inneren Erfahrungswelt: der „Innenwelt“, die sich als Antwort auf meine ganz persönliche Art & Weise der Welt zu begegnen und von ihr getroffen zu werden herausgebildet hat.

Mein „Schreiben“ enthält die Information meiner individuellen „Übersummativität“. Letztere ist eine einzigartige & nicht wiederholbare (reproduzierbare) Qualität, die jeglichen Ein- wie Ausdruck individuell / persönlich färbt & unverwechselbar macht. Sie kennzeichnet meine „unsterbliche Seele“, solange sie in Erinnerung weiterer Generationen aktiviert bleibt. Somit bin „Ich“ auch ein „GeistWesen“, einerseits als Phänomen meines Geistes (eine „Repräsentanz“ meiner Selbst) wie auch als ein mögliches Relikt im Geist anderer Lebewesen oder in verbliebenen gestalterischen Spuren meines verbalen wie nonverbalen Tuns auf Objekten wie z.B. meine SchriftWerke, Fotos, meine Fußstapfen, die im Kalk versteinert wurden.

 

Als „bloßer“ Schriftsteller darf Ich es wagen: Gedanken / Vermutungen / Gefühle ohne „deduzierenden“ / „induzierenden“ Filter ausdrücken!! Ich bin berechtigt, unpräzise & unüberprüfbar zu sein, d.h. Ich darf – ohne mich in einem Experiment / einem wissenschaftlichen Dis-& Exkurs beweisen und überprüfbar machen zu müssen – „meinen“ !:

„Meine Meinung / Vermutung / Überlegung / Erfahrung / Ahnung / Intuition ist ……. und ich fühle / intuiere / memoriere dabei …….. indessen spürt sich mein „Leib“ in seiner Gestimmtheit / seinem Ein-/AusgerichtetSein / seiner Haltung und in seinem Standpunkt ……….. an!“

Das ist das „Dreigestirn“ der menschlichen „Erkenntnismöglichkeiten“ in Form eines „rekursiven“ (in sich geschlossenen & rückbezüglichen) Prozesses in Feedbackschleifen der Funktionen meiner Psyche (des Wahrnehmens / Denkens / Fühlens / Intuierens & Memorierens). In Folge dessen gewinnen Scheme – Schemata – letztlich Gestalten, herausgeschnitten aus der diffusen & komplexen Ganzheit der unmittelbaren Situation, an Bedeutung und Sinn, d.h. dem wahrgenommenen Objekt und Vorgang wird InformationsGehalt gegeben – es/er wird „vertraut“ gemacht im Verstehens-, Verständnis- und letztlich Erkenntnis-Prozess. Etwas zu verstehen bedeutet, daß ich einen neuen Fakt mir bewährten und vertrauten Mustern zu ordnen kann. Was aber nicht gleichzeitig bedeuten muß, daß ich für das Verstandene: „Verständnis“ haben muß. Der Akt des „Wahr-Nehmens“ und der „moralischen Einordnung“ als einen gültigen Wert für mich sind zwei Betrachtungs- / Verarbeitungs-Wege im Informationsverarbeitungs- & Erkenntnis-Prozeß.

Wichtig ist der Vorgang insofern für ein Subjekt, da „Vertrautes“ adäquate Aktion & Reaktion der Abstimmungs- / Anpassungs- / Kultur- & Arbeits-Leistungen eines Subjektes fördert, während „Unvertrautes“ / „Unverdautes“ zur Abwehr führt und durch das „GestimmtSein“ in Furcht & Angst gezieltes Erleben & Verhalten hemmt oder gar blockiert.

 

Ich sehe die „Schriftstellerei“ als eine Form von „Kunst-Schaffen“ an. Ich will möglichst gezielt einerseits: das „Innere Weltbild“ im Geist eines Objektes in Aufruhr bringen & die Psyche in ihren Funktionen anstoßen / aufrütteln & anderseits: zum zweckfreien Genießen / Meditieren anregen. Dazu gilt es: nicht nur die Regeln & Skripte & Umgangsformen allgemeiner Interaktion & Kommunikation zu verstehen und anwenden zu können, sondern auch den „Gestaltungs- & Wieder-Gestaltungs-Prozeß“ im Dialog bzw. „Polylog“: Künstler – Kunstwerk – Rezipient in seinen Konsequenzen für das „künstlerische Schaffen“ verwenden zu können.

Nicht nur beim „künstlerischen Schaffen / Gestalten“ sollte sich der Erkenntnis- & -Informationsverarbeitungs- Prozeß indessen optimal gestalten in einem „Oszillieren“ zwischen dem Herangehen an das Objekt / Sujet / an den gebotenen und vorgefundenen Inhalt (d.i. „Kontakt“) und dem Abstandnehmen von dem Objekt / Sujet / Inhalt (d.i. „Rückzug“) zur Analyse.

Im Verlaufe eines subjektiven Informationsverarbeitungsprozeßes wird die Information des Phänomens / des Inhaltes / des Sujet als innerer (durch die „Proprio- bzw. Intero-Sensorik“ vermittelt) und/oder als äußerer (angeregt durch die „Extero-Sensorik“) „Eindruck“ wahrgenommen.

Der „Eindruck“ wandelt sich durch Sinn- & Bedeutungsgebung des Geistes zu einer „Impression“ bzw. assimiliert sich als „Introjekt“.

Diese „Impression“ / das „Introjekt“ wird mit der Information abgespeicherter „Repräsentanzen“ abgeglichen, die im Nervengeflecht des Leibes & im Geist in Form eines „memorierten“ „Bezugssystem“ von verknüpften InformationsEinheiten (d.i. das subjektive „Weltbild“) assimilierter Introjekte gelagert sind.

Ich will als „Schriftsteller“ den Geist des Rezipienten / der RezipientIn gezielt treffen und in Bewegung bringen & möglichst in seinem Horizont erweitern. Das im „Geist“ gespeicherte „Weltbild“ eines Subjektes besteht aus: Informationen aus dem Inneren des Leibes und Informationen bestimmter Umfeld-Situationen als Aktion & Reaktion des Subjektes (d.i. die „Erfahrung“) und der „Privatlogik“ & „Affektlogik“ der Verknüpfungen der Erfahrungsgehalte.

Die Kunst als „Schriftsteller/In“ / bildnerische/r & musische/r Künstler/In besteht darin das „Oszillieren“ zwischen „Äußerer Welt“ & „Innen Welt“ anzuregen oder gar zu triggern. Der Prozeß des „Oszillierens“ gebiert gemäß der „Privaten Logik“ in der Analyse der aktuell & unmittelbar vorliegenden / vorgefundenen / gesuchten Information in der Begegnung von einem „Ich“ & einem „Du“: eine „Konstruktion“ einer „Neuen Wirklichkeit“ mit veränderten „Horizonten“.

Ein „Subjekt“ reagiert individuell mit „Merk- / Wirk- & Such-Bildern“ auf vorgefundene & vorgestellte Wirklichkeiten, die sie beeinflussen sobald sie auf diese mit IHRER Aufmerksamkeit bezogen sind, d.h. in Relativität treten. Kann ich ein „Oszillieren“ des Leibes anregen, entsteht also ein aktiver Handlungs- & Gestalt-Kreis von Gestalten und Wiedergestalten von „Information“ als „Kennzeichen“ von „FarbForm“ („Figur“) und Qualitäten wahrgenommener „Objekte“ und Vorgänge. Als „Künstler/In“ versuchen wir diesen Prozeß möglichst in unserem Sinne ablaufen zu lassen (unter weitgehendster Berücksichtigung verschiedenster Einflüsse wie GestaltungsMedium, GestaltungsMittel, Präsentation der Gestaltung, etc.).

 

Eine künstlerische Bemühung kann auch an Ihre Grenzen stoßen, wenn – weniger durch physiochemische Bedingen im Feedbackkreis von Sender-Kanal-Empfänger – als vor allem durch psychophysische Bedingungen: das Erleben & offene wie verdeckte Verhalten eines Subjektes in seiner Flexibilität der Abstimmungs- & KulturLeistungen gehemmt wird. Diese Hemmung drückt sich darin aus, daß ein Subjekt / Objekt in einer Richtung des „Yin & Yang“ (als rekursiver Regel- & Erkenntnis-Prozesses) verhaftet. In diesen Momenten erstickt die Lebendigkeit im Informationsaustausch in Zwang, Vorurteil und unangemessener „Gewalt“ (d.i. ein „Walten“, das eigentlich ein konstruktives Machen in einem Bezugs-&Wirk-Zusammenhang („System“) ist. Es wird zu einer destruktiven Größe in der Wirklichkeitskonstruktion).

Im Verlauf dieser Hemmung wird somit die Information des Objekts meines Geistes und/oder der AußenWelt vergewaltigt. Es entsteht somit „Unwahrheit“, d.h. dem „Wahrgenommenen“ wird der Informationsverarbeitungs-Prozeß in dessen Inhalt / Sujet nicht gerecht. Die enthaltene Information kann nicht im Sinne des Senders wahr genommen werden.

Die Gefahr also bei dem Wahrnehmen eines künstlerischen Objektes (einer „Gestaltung“) besteht darin, daß die Psyche & der Geist eines rezipierenden / wiedergestaltenden Objektes / Subjektes nicht in Schwingung / „ins Oszillieren“ gerät. Der Informationsverarbeitungsprozeß des Subjektes kann dem InformationsGehalt und dem Objekt seiner Selbst / seines Umfeldes nicht gerecht werden. Die Balance der Selbstwertgefühle / der Gerechtigkeit / des homöostatischen Flusses des Ausgleichens und Anpassens / Abstimmens wird ge- / unterbrochen.

Tragisch wird es im Gestaltungs- & WiederGestaltungsProzeß, wenn die lebendige „Autopoiese“ im System abgewürgt wurde, somit bleibt nur aktiv: die „Angepaßtheit“ / das „EingepaßtSein“ an innere Vorstellungen / „Einstellungen“. Diese Fixierung der Haltung / Einstellung eines Subjektes verfälscht die Information des Eindrucks. Die Decodierung der Information des Eindruckes kann nicht der Wahrheit des inneren wie äußeren Objektes gerecht werden.

Somit kann der/die Rezipient/In dem gegenübergestellten „Ding-an-sich“ – in dessen Wesenheit, Erscheinung und Ausdruck – keine Aufmerksamkeit, Gerechtigkeit zu gute kommen lassen. Weder dem „Kunstwerk“ (der musischen-bildnerischen-sprachlichen Gestaltung) noch dem/der Gestalter/In wird begegnet in: Respekt, Awareness, Nächstenliebe, Mitgefühl & notwendiger Weisheit (die sich im „So-Sein-lassen“ in Ehrlichkeit und Toleranz ausdrückt) als Hilfsmittel der Decodierung.

Das Bezugssystem & dessen Teilnehmer/Innen / Teile ist / sind „gestört“ – die Informationsverarbeitung wird „verwirrt“ – Teile / Qualitäten passen in Sinn & Bedeutung nicht zusammen. „Störungen“ und „Verwirrungen“ verhindern / hemmen adäquate Interaktion & Kommunikation und das: inter- wie intrapsychische & soziale verdeckte wie offene Verhalten. Daher sollte bei „Transaktionen“ & „Interaktionen“ das Lösen von „Störungen“ immer Vorrang haben, denn sie erzeugen ein „Rauschen“ in den InformationsKanälen.

 

Letztlich will ich jedoch aus ganz egoistischen Gründen (siehe: „Liebe Dich selbst – so auch die anderen“; denn die menschliche Entität kann nicht ohne Austausch existieren – schon gar nicht leben! -), daß mein Text wahrgenommen und rezipiert wird. Will ich keine „Störung“ / „Verwirrung“ erzeugen, so gilt es „Höflichkeit“ zu bewahren. Höflichkeit bedeutet: „Achtung vor mir selbst und so vor anderen!“

Die Basis: um andere beachten zu können, ist die Entwicklung / Ausformung von „Selbstachtung“ / „SelbstLiebe“. Dieser Vorgang erst lässt mich den Schritt machen von der inter- & intrapsychischen Dependenz – Contradependenz zur „Inter- / Intra-Dependenz“ in bezug auf Relativitäten der Außen- wie InnenWelt.

und somit gilt es zumindest als kleinsten (oder doch umfassensten!?) Nenner den Kant’schen Imperativ zu akzeptieren: „Verhalte Dich immer so, daß das Tun Deines Geistes bzw. Deiner Taten zur Maxime des inneren / verdeckten und äusseren / offenen Verhaltens für Alle werden könnte“.

Beim „Schreiben“ / bei einer „Bildnerischen Darstellung“ darf ich verallgemeinern / verdichten / konkretisieren / idealisieren! Wenn Ich allerdings aus der Rolle und Position als „Mein-Chairman/Women-Sein“ konsequent die Verantwortung für das entäußerte Produkt meines Geistes / meiner Taten übernehme, muß Ich allerdings auch die mögliche Zustimmung oder Gegenwehr (d.i. „Kritik“) in Kauf nehmen, die mich direkter treffen wird, als wenn ich meine, mich verstecken zu können: hinter „Gott“ / meinem ZitatGeber-XY / „meiner/em Vorgesetzten/In“ / „meinem bürgerliches Gewissen“ / meinen FolterKnecht / dem gesellschaftlichen Usus/Brauch/Tabu / meinem bürgerliches Gesetzbuch / „Den“ 10 Geboten / „Die“ Scharia / meiner gesellschaftlichen & meinen gemeinten familiären Verpflichtetheiten / etc.

Handle ich in in meinem offenen & versteckten Verhalten so, meine ich, daß ich meine Verantwortung für mein Erleben und Tun abschieben / mich entSchulden / meinen „Ablass“ organisieren kann, indem ich das Entäußerte als „wissenschaftlichen Text“ / „Gottes Auftrag“ / „Göttliche Eingebung“ / Verwirrtheit / Vision / etc. etikettiere und ihm „Autorität“ verleihe, der nicht direkt widersprochen werden kann. Ich glaube, mit dieser Entscheidung Verantwortlichkeit von meiner persönlichen Meinung wegradieren zu können. Es stellt einen „gebräuchlichen“ Versuch dar, Verantwortlichkeit auf mehrere Schultern zu verteilen und mich in dem Schein zu wähnen, sich somit weniger angreifbar und haftbar gemacht zu haben.

 

Schreiben – so wie ich es verstehe – öffnet auf diese Weise das Tor der selbstverantwortlichen und direkten wie „ehrlichen“ Kommunikation und Interaktion. Es schließt die Pforten auf: zur Phantasie / Kreativität / Intution: zum „DU“ – Deinem Nächsten.

Mein Schreiben und der darin intendierte Sinn / die Botschaft soll schließlich: erreichen / berühren / anregen, d.h. das Gegenüber in seiner Lebendigkeit treffen und dessen Bilderwelt / die Repräsentanzen der Innenwelt in Bewegung versetzen und zu eigenen Entwicklungsprozessen anregen. Nicht nur -wie es meist reflexartig geschieht -: zur Abwehr / Abwertung aufzustacheln, um das vermeintlich angegriffene „Ego“ zu verteidigen und glauben zu müssen: unbewußt das „angegriffene“ Selbstwertgefühl / meine „Integrität“ wieder in Balance bringen zu müssen!

 

Das wäre in meinem Verständnis: „Kunst“ / künstlerisches Schaffen: das „Du“ tritt aus freier Entscheidung mit mir in aktiven Kontakt in dieser gemeinsam geschaffenen Situation der von mir intendierten Relativität und Sinnhaftigkeit wie des Gesichtswinkels und der Position des Wiedergestalters / der WiedergestalterIn. Beide gestalten konkret und differenziert in einem rekursiven Prozeß der Gestaltung und WiederGestaltung einen eigenen „ZeitRaum“ (eine „Situation im Hier-und-Jetzt): diachron und synchron im Fluß der Zeit.

Unser/e Nächste/r in dieser gemeinsamen und synchronen Relativität wird unmittelbar eingebunden: hört – sieht – fühlt Berührung – riecht Kontakt – schmeckt synästhetisch Bedeutung…. Quatsch: synchron ist nur der direkte Kontakt – die unmittelbare Beziehung – die intensive Bindung, d.i. die „Relativität“ in ihrer Bezogenheit und Bedingtheit zum/im Gelesenem in der Situation des Lesens bzw. Hörens in der Situation der Gegenwärtigkeit!!!

Das Lesen / das Betrachten als reproduzierender Akt ist mittelbar: über ein Medium vermittelt, welches das unmittelbar GegenüberSein transzendiert und seine eigenen Qualitäten in die aufgebaute Relativität mit einbringt. Das Geschriebene / das Dargestellte / das Vorgestellte driftet in den Kanal zwischen dem ICH & DU.

Eine plastische / musische / geschriebene Botschaft schenkt Zeit zum Reagieren, entreißt den Inhalt aus der Unmittelbarkeit! Sie lädt ein: zu meditieren / den Gehalt / das Sujet einer Botschaft im eigenen Sinn zu entfalten. Sie beraubt anderseits der Kommunikation & Interaktion die Spontaneität des Diskurses im „Hier&Jetzt“.

Gewalt als eine „waltende“ Macht in einer Relativität zwischen einem „Ich & Du“ wird in ihrer Qualität entschärft: dem „DU“ wird es erleichtert , sich zu- bzw. abzuwenden. Das „Du“ wird auf seine eigene Verantwortung zurück geworfen.

Das vorgefundene bzw. aufgesuchte Objekt wird in seiner Qualität des Anregens / Aufregens / Triggerns dosierbar: ein Buch / eine InternetSeite läßt sich einfach schließen oder kann nach Lust und Laune wieder in den Spiegel der Aufmerksamkeit / Achtsamkeit gerückt werden!

Eine in einem Gestaltungsmittel entäußerte Gestaltung schenkt: „FreiSein“ im Handlungs- & GestaltungsRaum. Als Wiedergestalter bin ich frei, mich zu konfrontieren oder mich zurück zu ziehen. Das Rezipieren hängt nur ab von der Verfügbarkeit des Objektes / des Codes des gemeinsamen Verständnisses und der Freiheit meiner Psyche ohne Furcht / Angst Inhalte / Sujet’s von Kommunikation und Interaktion zu zu lassen.

 

Ähnliches gilt oben geschriebenes für meine zweite gestalterische Entäusserung in Form von bildnerischen Gestalten: das Photographieren !

Siehe Aufsatz zur Kunst………………..

~ von dottorethomas - 2009/04/05.

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